Stellen Zecken auch bei uns eine Gefahr für Pferde dar? Auch bei uns kommt mindestens eine der als Überträger der Pferdepiroplasmose erkannten Zeckenarten vor.  Unsere häufigste Zeckenart, der Holzbock (Ixodes ricinus), kann jedoch die weit verbreitete und vom Menschen  bekannte Borreliose, sowie die Anaplasmose übertragen.  Die Larven und Nymphen der Zecken befallen Pferde vornehmlich im Kopfbereich und am Kronsaum. Die adulten  (erwachsenen) Zecken finden sich an den weichhäutigen Stellen des gesamten Körpers und an der Vorderbrust der  Tiere.  Welche Rolle spielt die Borreliose bei Pferden? Mit den Erregern der Borreliose (Borrelia burgdorferi) sind bei uns im Mittel ca. 26 % der adulten Zecken infiziert.  Dementsprechend häufig erfolgt die Infektion von Pferden. Die Erkrankung an Borreliose wird jedoch viel seltener  diagnostiziert, da sie in den Anfangsstadien häufig unerkannt verläuft. Die Symptome sind so vielgestaltig, dass  man bei der Borrelioseerkrankung des Menschen von einem „Chamäleon“ spricht. Es kann Monate bis Jahre  dauern, bis sich typische Krankheitssymptome manifestieren. Die Erkrankung bei Pferden wird daher noch  kontrovers diskutiert, so wie es auch beim Menschen über Jahre der Fall war und sich erst durchsetzen musste.  Pferde werden überwiegend erst in einem fortgeschrittenen, späten Krankheitsstadium dem Tierarzt vorgestellt.  Wie kann man die Diagnose sichern? Im Vordergrund steht der klinische Verdacht auf Grund der Symptome. Die Sicherheit kann nur die  Laboruntersuchung bringen. Hierzu dienen die Untersuchung der Antikörpertiter im Blutserum. Mit speziellen  Methoden und verschiedenen Immunglobulinklassen können alte und aktuelle Infektionen unterschieden werden.  Eine sichere Untersuchung ist der kulturelle Nachweis (Anzüchtung) der Erreger aus einer Gewebeprobe (Haut,  Synovialis). Damit kann man sowohl die Diagnose sichern, als auch den Erfolg einer Infektionstherapie überprüfen.    Wie kann man Pferde vor Zeckenbefall schützen? Ein rein mechanischer Schutz besteht in der Abzäunung der Weide von Waldrändern und der Weidepflege durch  Entfernen von Buschwerk. Damit zerstört man das Zeckenbiotop. Frisch eingesäte und kurz gehaltene Weiden  haben nahezu keinen Zeckenbefall.  In Waldnähe werden jedoch durch Vögel und Wild immer wieder Zecken eingeschleppt. Daher ist bei starkem Befall  (u. U. zeitweise) der Zeckenschutz durch Behandlung der Pferde notwendig. Das sofortige Entfernen von sichtbaren  Zecken am Pferd ist die beste Methode. Der Neubefall kann durch Einreibungen oder Waschungen mit Insektiziden  (Akariziden) reduziert oder verhindert werden. Hierzu kann als Repellent und Insektizid das schon zur  Fliegenabwehr genannte Permethrin (Wellcare-Emulsion) und als reines abtötendes Mittel (Akarizid, Insektizid) das  Phoxim (SEBACIL Emulsion von BAYER) als Waschung eingesetzt werden. Bei letzterem ist durch den Tierarzt eine  Umwidmung und Eintragung in den Equidenpass notwendig. Das Präparat Sebacil ist jedoch eines der am besten  wirksamen Mittel gegen Zecken und Milben. Bei der Behandlung vor allem die unteren Extremitäten (Kronsaum!)  und den Kopf einbeziehen! Während der Zeckensaison sind für einen guten Schutz wöchentlich wiederholte  Behandlungen notwendig. Dieses trifft auch auf ein weiteres auf dem deutschen Markt für Rinder wieder  zugelassenes Präparat mit dem Wirkstoff Deltamethrin zu, der im BUTOX (Intervet) vorhanden ist. Durch  Waschbehandlungen werden Zecken abgetötet. Die Abgabe durch den Tierarzt und die Umwidmung sowie  Eintragungen in den Equidenpass sind bei den beiden zuletzt genannten Präparaten vorgeschrieben. 
ZeckLab zurück
Wie gefährlich ist der Zeckenbefall bei Pferden?  Zeckenbefall ist vor allem in den warmen Ländern für Pferde gefährlich. Hier werden der Malaria  vergleichbare Erreger, die Piroplasmen (Babesia u. Theileria) durch Zecken auf Pferde übertragen. Die  übertragenden Zeckenarten kommen auch im Mittelmeergebiet vor, und über erste Fälle wurde auch schon  von nördlich der Alpen berichtet. Die Erreger zerstören die roten Blutkörperchen. Als Symptome treten  hohes Fieber, Gelbfärbung der Schleimhäute und kaffeefarbener Harn auf. Unbehandelt verläuft die  Infektion in kurzer Zeit tödlich. 
Home Infotexte Aufträge Literatur Aktuelles Kontakt AGB Impressum