ZeckLab
Wie lassen sich aktuelle Infektionen von zurückliegenden Infektionen unterscheiden? Für die Diagnostik stellt sich das Problem, aktuelle Infektionen von zurückliegenden zu unterscheiden. Das  ist anhand unterschiedlicher Antikörperklassen möglich. In der Serologie sind die Antikörper IgM und IgG von Bedeutung. Die IgM-Antikörper werden kurz nach Eintritt der Infektion gebildet, sind i. d. R. nach 4 - 6  Wochen auf dem Höhepunkt und nach einigen Wochen oder wenigen Monaten nicht mehr nachweisbar. Bei  einem Rezidiv kann es, muss  es aber nicht zwangsläufig, zum Auftreten von IgM-Antikörpern kommen. Die  IgG-Antikörper stellen das Langzeitgedächtnis des Immunsystems dar und lassen sich oft über Jahre oder  sogar lebenslänglich nachweisen. Bei dem Vorliegen einer chronischen Erkrankung, welche mit dem  Auftreten von Persisterformen einhergeht, kann es zu Rezidiven kommen. In diesem Fall sind unter  Umständen nur geringe Mengen an Antikörpern nachweisbar und es werden keine weiteren spezifischen  Antikörper gebildet. Ein Erregernachweis aus einer Hautbiopsie erweist sich in solchen Fällen als  diagnostisch sinnvoll. In der Veterinärmedizin haben wir das Problem, dass unsere Haustiere (Hund, Katze und Pferd) im  Gegensatz zum Menschen nicht nur vereinzelt von Zecken gestochen werden, sie werden in den  Sommermonaten täglich massenhaft von diesen befallen. Es besteht hier ein ständiges Risiko für das Tier,  erneut mit Borrelien infiziert zu werden. Diese Tatsache erschwert die serologische Diagnose der Borreliose  in erheblichem Maße. Nur eine gepaarte Untersuchung von IgM und IgG kann über den derzeitigen  Stand des Individuums eine gute und vernünftige Aussage zulassen. Verlaufsuntersuchungen in ca. 3 -  4monatigem Abstand geben dem Besitzer eine gute Kontrolle über das gegenwärtige Geschehen. Hierbei  kann ein Titer unverändert bleiben oder langsam abfallen. Ein deutlicher Anstieg der Antikörper erfordert  Achtsamkeit und lässt ein aktuelles Geschehen vermuten. Bei auftretenden klinischen Symptomen ist eine  Therapie anzuraten.
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